Autobahnwerbung – mir graut davor!

aus der Rubrik „Dinge, die die Welt ECHT nicht braucht

gerade eben im medianet entdeckt: „Brandboards an der nächsten Ausfahrt“
– das wird als der neueste Schrei angepriesen, denn man könne damit endlich „die Autobahn als Österreichs Hauptschlagader effizient als Medium nutzen“ (Quelle: medianet, 7. Juli, S. 16)
Mit anderen Worten: Auf der Rückseite der Geisterfahrer-Warnungen kommt Werbung. Genau in den unübersichtlichsten Kurven, die ich auf unseren Straßen kenne – man kommt schnell daher und sollte konzentriert runterbremsen und zugleich noch eine recht scharfe Kurve fahren.

Und jetzt kommt dort die Werbung. Mir graust´s! Statt netter Landschaft gibt es eh schon links und rechts Wände (auch dort, wo dahinter kilometerweit kein Haus steht – meiner Ansicht nach ein Fall für den Anti-Korruptions-Staatsanwalt oder so), und jetzt noch Werbung, Werbung, Werbung, Werbung, Werbung…

Argumentiert wird damit, dass dadurch die Geisterfahrerwarntafeln finanziert werden. Was kommt als nächstes? Branding an Polizeiautos, damit die bezahlt werden können?

Ich werde alle Artikel, die dort beworben werden, konsequent boykottieren.

Bruce Springsteen und der Donauwalzer

20:05 Uhr – die E-Street-Band betritt die Bühne und einer spielt auf dem Akkordeon den Donauwalzer. Ein würdiger Beginn.

21:00 – der Titel der Süddeutschen Zeitung „gefühlte 3 Stunden Zugabe“ stimmt bisher nicht, die Hälfte der Nummern sind vom neuen Album. Die Sonne ist noch nicht untergegangen und das Stadion rockt gut, aber nicht sehr gut.

21:30 – Springsteen sammelt im Publikum Plakate, auf denen Wunsch-Musiktitel stehen. Er macht das mit Akribie und viel, viel Spaß. Er flirtet mit dem Publikum wie eh und jeh. Dann spielt er „Proud Mary“ (stand auf einem der Plakate) und hat ab diesem Zeitpunkt die Menge im Griff. Ich muss pinkeln, aber nicht jetzt.

22:00 – Ich muss dringend pinkeln, finde aber immer noch keine Nummer, die nicht obergeil wäre, so dass ich meinen Platz verlassen könnte.

22:05 – Nein, es ist nicht in die Hose gegangen und das Konzert entwickelt sich zum absolten Reißer. Bis am letzten Juchee stehen die Leute, klatschen, singen mit und sind bester Laune. Ich habe seit zwei Stunden einen breiten Grinser im Gesicht und weiß, dass sich das noch eine weitere Stunde nicht ändern wird. Ein Mädchen aus dem Publikum hat ein feuerrotes T-Shirt an, auf dem „Jersey Girl“ steht. Bruce grinst mörderbreit und will das Shirt. Sie sträubt sich, die Menge tobt, sie zieht das Shirt aus und hat darunter einen feuerroten BH (den durfte sie anlassen). Bruce hängt sich das Shirt auf den Mikroständer und spielt in fast totaler Dunkelheit die Nummer. Nur das feuerrote Shirt wird beleuchtet. Wenn das geplant war, dann war es gut geplant. Gänsehaut.

22:30 – Die Fakten: Keine Vorgruppe, jede Menge alte Nummern, jung wirkende Musiker, ein tobendes Publikum (wer diesmal behauptet, das Konzert wäre – so wie 2005 – eher schwach, war schlicht und einfach nicht dort bzw. ist taub und blind), eine unbeschreiblich gut gelaunte Band und ein Boss, der rockt ohne Ende. So sieht es aus, wenn professionelle Musiker Spaß an ihrer Arbeit haben. Und es hört sich auch so an.

22:45 – Was sich unten am „Rasen“ bei „Twist And Shout“ abspielt, darf mach sich gerne vorstellen – ich hab es vom 3. Rang aus gesehen. Da Sommer ist, hatte das Meer an hochgestreckten Händen echte Fleischfarbe. Zweite Gänsehaut.

23:00 – Das Konzert ist pünktlich zu Ende. Danke für die sensationell gemischte Setlist (und ganz besonders für „Waiting on a sunny day“). Der Typ, der vor mir rausgeht, hat ein Tour-Shirt von 2009 mit allen Stationen am Rücken, da steht drauf „Vienna, AUS“ – die Amis haben noch viel zu lernen.

In diesem Sinne: Tramps like us – Baby we were born to run!

Hier die Setlist des Wien-Konzerts:

July 5, 2009
Vienna, Austria
Ernst Happel Stadion

Jackson Cage
Badlands
Cover Me
My Lucky Day
Outlaw Pete
Darlington County
Working On A Dream
Seeds
Johnny 99
Darkness On The Edge of Town
Growin‘ Up
Rendezvous
Proud Mary
4th of July, Asbury Park (Sandy)
Because The Night
Waiting On A Sunny Day
The Promised Land
The River
Into The Fire
Lonesome Day
The Rising
Born To Run

Cadillac Ranch
Jersey Girl
Tenth Avenue Freeze-Out
American Land
Bobby Jean
Dancing In The Dark
Twist & Shout

Die ganze Welt ist eine Werbeplattform!

In der Werbebranche wird gejammert, dass die Konsumenten immer weniger auf Werbung reagieren. Es wird aber nicht nur gejammert, sondern man erfindet neue Formen bzw. „verbessert“ alte.

Das Ziel: Doch noch Aufmerksamkeit zu erregen (wirkt auf mich schon etwas händeringend: bitte, bitte, bemerkt doch unsere neuen Werbungen – „kauft doch“ trauen sie sich eh schon fast nicht mehr sagen), aus der Flut der anderen Werbungen herauszustechen, nach dem allerletzten USP zu suchen.

Hier eine Zusammenfassung der Trends und Initiativen:

1.) Größer, NOCH GRÖßER – wenn das Kleine nicht mehr wirkt, macht man es größer, dann sollten die Konsumenten es doch bemerken. Beispiel: Die Trevision-Fassadentapete – Häuserfassaden werden großflächig angepinselt oder mit mobilen, eingefärbten Stoffbahnen versehen. Ein anderes Beispiel sind „Inflatables“, also überdimensionale Plastikpuppen, die im Wind wackeln und durch Größe und Bewegung für Aufmerksamkeit sorgen sollen. Allen bekannt sind die sogenannten „Megaboards“, wo allein der Name schon ausdrückt, dass der Effekt durch die Größe erzielt werden soll.

2.) Neue Flächen finden – Beispiele sind:

Parkhäuser (dort wird das „Kommunikationsflächen“ genannt)

Supermarktkassen (der berühmte Point Of Sale), Einkaufswagerl,

WCs (der Point Of Shit sozusagen, also Werbung am Häusl – in der Fachsprache „Real Live Marketing“ – die Werbefachleute sind ganz begeistert und schwärmen vom „werbearmen Umfeld“, in dem eine „hohe Aufmerksamkeit garantiert wird“ und die Zielgruppe „punktgenau und ohne Streuverlust“ erreicht wird),

Autos (LaudaMotion als Beispiel),

Wartezimmer bei Ärzten und in Gesundheitszentren (sehr fies, da muss man hin und kann irgendwie nicht aus),

Bahnhöfe (ich frage mich, wann die Friedhöfe entdeckt werden),

Haltestellen (die Werbebildschirme werden „Infoscreens“ genannt und man bildet sich ein, dass man deswegen von den Konsumenten als „Informationsmedium“ wahrgenommen wird. Jubelschreie über die Reichweite ertönen – kein Wunder, man zählt einfach, wie viele Leute an einer U-Bahn-Haltestelle stehen, summiert das und hat die Reichweite, ganz egal, ob die das wahrnehmen oder nicht)

Musikfestivals (eh schon immer, aber jetzt wird großflächig geworben, mit Netzen vor den Lautsprecheranlagen, so dass man gar nicht mehr vorbeischauen kann)

3.) Alle Sinne ansprechen – Werbeflächen werden mit Düften versehen (irgendwie stinkt mir das) und die Lautsprecherwerbung in den Supermärkten wird immer penetranter und lauter (oder bilde ich mir das nur ein?), „alles da, da, da“ plärrt es mir in Dauerberieselung im Interspar entgegen, was meine Halbwertszeit im Supermarkt deutlich reduziert (so schnell wie meinereiner schafft es inzwischen niemand durch die Gänge zu flitzen!) In der Fachsprache werden diese penetranten Methoden übrigens „intelligente Werbemittel“ genannt und man bildet sich ein, dass die Kunden so noch vor dem grandiosen, eigentlichen Einkaufserlebnis bereits auf ebendieses „eingestimmt“ werden. Bei mir löst das übrigens Ver-stimmung aus.

Die Werbebranche jubelt: Leere Flächen gäbe es noch genug!

4.) Aktiv auf die Menschen zugehen – man bekommt an jedem Eck einen Flyer in die Hand gedrückt, der irgendwas bewirbt. Bewirken tun diese Flyer meist übervolle Papierkörbe in der Verteilungsumgebung.

Ich habe das Gefühl, dass bald die halbe Welt bunt angepinselt, „gebrandet“, beklebt, beduftet bzw. bestunken und beschallt wird – und hoffe, dass sich dieser Trend nicht durchsetzt. Mir persönlich geht das eher auf die Nerven, als dass es mich dazu anregt, die Produkte zu kaufen, die da beworben werden.

Aber vielleicht bin ich ja nicht die Zielgruppe.

Was die Werber vergessen oder gerne übersehen: Mehr und größer bedeutet nicht besser. Zitat von Mark Twain: „Als wir den Weg aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“ – irgendwann tritt auch bei Riesenplakaten oder Multi-Sinnes-Bombardierung eine Sättigung ein, man nimmt das dann einfach nicht mehr wahr. Vielleicht sollte man über die Sinnhaftigkeit nachdenken, vielleicht führt ja die Krise auch zu einer quasi „natürlichen“ Reduktion des Irrsinns.

Red Bull – aus dem Fenster damit!

Es ist ein wunderschöner Morgen in der Nähe von Spittal/Drau und ich beschließe, einen Spaziergang zu machen.
Neben der Pension geht ein netter Weg den Hang hinauf und von dort in den Wald hinein. Die Sonne scheint, die Berge sind oben leicht angezuckert, weiter hinten schimmert blau der Millstädter See – eine Idylle.

Dann fällt mein Blick nach links – eine Red Bull Dose. Und was für eine! Ich wusste bisher nicht, dass Red Bull so große Dosen erzeugt (es gab und gibt auch kein wie immer geartetes Bedürfnis danach, zumindest bei mir nicht), sie fasst 473 ml – warum weiß wahrscheinlich nur Red Bull.
Irgendwer hat sie aus dem Autofenster einfach in den Wald gepfeffert. Sie passt dort nicht wirklich gut hin und ich überlege, sie mitzunehmen.

Leider habe ich nichts, wo ich sie einstecken kann, aber beim Rückweg entdecke ich weitere Artefakte unserer leicht perversen Überfluss- und Wegschmeißgesellschaft. Diverse Dosen, Zigarettenpackerln und Plastikmüll, darunter auch ein Sackerl, das sich gut zum Transport eignet.

Ich sammle das Zeug ein und marschiere weiter. Nach ein paar hundert Metern steht mitten im Wald eine Bank. Davor liegen so ca. 80-100 Zigaretten und hinter einem kleinen Hügel dahinter die dazu gehörigen leeren Päckchen samt 3 Plastikflaschen Eistee.

Ich überlege, wer das dorthin geschmissen haben könnte und verdächtige spontan die Ausländer, wahrscheinlich eine Horde Scheinaslyanten aus der H.C.-Strache-Abteilung. Denen ist ja nichts heilig, schon gar nicht unsere Kärntner Natur!

Ich sammle die Reste des perversen Picknicks ein (Eistee und Tschick, sollte ich das je zu mir nehmen, vor allem mitten im Wald, so bitte ich um eine schnelle und schmerzlose Hinrichtung, sie kann gleich vor Ort stattfinden) und mache mich auf einen leicht getrübten Rückweg.

Mir fällt mein Großvater ein, ein der Dichtkunst mächtiger Herr, der auf so ein Bankerl einen kleinen Zettel geheftet hat, mit den Worten:

Ist denn der Mensch ein Schwein?
I wü ja net stierln
aber so vü Papierln
– ja muss denn das sein?

Heute sind es nicht mehr Papierln, sondern riesige Red Bull Dosen und sonstiger Müll, erzeugt mit viel Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung (Alu…), vermarktet mit miesen Tricks (siehe dazu mein nächstes Buch) und konsumiert von Vollidioten. Wer dies als zu heftige Bezeichnung empfindet, betrachte die angefügten Bilder. All das habe ich in wenigen Minuten im Wald aufgeklaubt.

Frohe Pfingsten!

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Bild: Müll aus dem Wald
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Bild: Sack mit Müll aus dem Wald

UPDATE 3. DEZEMBER 2025

Seit diesem Blog-Beitrag sind 16 Jahre vergangen. Und es hat sich was verändert: Seit heuer gibt es einen Dosen- und Plastikflaschenpfand – zwar nur 25 Cent, aber immerhin.
In den letzten Jahren bin ich hin und wieder an Bundesstraßen entlang gewandert, meistens an der Stadtgrenze von Wien oder kurz dahinter. Am Straßenrand sieht man, was von den Autofahrern entsorgt wird – sprich: einfach beim Fenster hinausgeworfen. An erster Stelle, mit großem Abstand: Red-Bull-Dosen.
Ich weiß nicht, warum das so ist. An zweiter Stelle folgen Bierdosen, danach Zigarettenpackerln und Plastikflaschen. Ich muss nachschauen, ob das jetzt immer noch so ist, bei der nächsten Wanderung werde ich es wissen. In Wien sehe ich jetzt ständig Menschen, die in Mistkübeln nach Dosen und Flaschen stierln und an den Pfandautomaten stehen Menschen, die säckeweise Flaschen und Dosen zurückgeben.

Ich bin gespannt, wie das weitergeht.

AC/DC live – ein Konzertbericht

Der eigentliche Trick besteht darin, während der letzten Zugabe-Nummer abzuhauen. Das erspart verkehrstechnische Sorgen („Ich bin nach dem Konzert drei Stunden im Stau gestanden“) und gibt einem guten Konzert einen krönenden Abschluss. Man ist quasi wie ein Surfer ganz vorne auf der Welle und entkommt dem postkonzertanten Chaos.

Aber jetzt der Reihe nach. Der Job als Platzanweiser ermöglicht witzige Begegnungen und Beobachtungen, ist sehr stressfrei und kurz vor Konzertbeginn zu Ende. Man erspart sich eine teure Karte, bekommt ein Lunch-Paket, ein eher peinliches T-Shirt in BZÖ-orange und ein klein wenig Autorität.
Besonders lustvoll ist es, vom dritten Rang den Einlasszeitpunkt zu beobachten. Plötzlich ergießen sich Gestalten aus den Eingängen Richtung Bühne, um sich dort einen Platz an vorderster Front zu sichern. Einige dickliche Fans sind beim Wettlauf zwar gehandicapt, können das aber vorne mit Gewichtsautorität wieder wettmachen. Dann beginnt das langsame, letztlich stundenlange Rösten in der Sonne. Wer aufs Klo muss, hat verloren. (Einlass 16 Uhr, Konzertbeginn 21 Uhr)

Aus der Serie „Wie kann man es am dümmsten machen“ darf ich diesmal von der Bier-Ausschank berichten, und zwar von der im Sektor B am dritten Rang. Das System läuft folgendermaßen: Die Cateringfirma stellt eine Zapfsäule hinter eine Buddel neben einen der Aufgänge und engagiert eine Handvoll netter Studentinnen („eine Zapfsäule reicht locker für einen halben Sektor, sind eh nur ein paar tausend Personen“). Diese bekommen einen Bauchladen und können bei dieser Zapfsäule Bier kaufen, das sie dann von ihrem Bauchladen aus an die Gäste verklopfen. So weit so schlecht. Sobald die Menschen die Buddel mit der Zapfsäule sehen, drängen sie in Scharen dorthin. Der leicht genervte Zapfmeister hat zwar versucht, mit einem Kugelschreiber „Hier kein Verkauf“ auf eine Tafel hinter sich zu schreiben, das hatte aber den gleichen Effekt wie ein Glas Wasser ins Meer zu schütten. Aufgrund der drängenden Masse kamen die Studentinnen nicht mehr durch, es gab also weder bei ihnen noch bei der Buddel Bier, was die hinten nachdrängenden ja nicht wussten. Dieses Chaos konnte das gesamte Konzert hindurch beobachtet werden. Verärgerte Gäste, genervte Studentinnen – einen herzlichen Gruß an die unfähigste Cateringfirma der Welt, wie auch immer sie heißt.

Zum Konzert. Die ältlichen Herren zeigten wieder einmal sehr gut auf, warum Robbie Williams sein Leben lang ein Boy aus einer Boygroup bleiben wird. Unter unglaublichem Getöse legte der Gitarrist einen netten Strip hin und zeigte am Schluss seinen Hintern ins Publikum, übertragen von drei riesigen Videowänden. Eine schwarze Boxershort mit fetten roten AC/DC-Lettern hinten drauf, eh klar. Die Menge tobt.
Seine 60+ Jahre störten das Publikum genau überhaupt nicht, seine sensationell hässlichen, schweißtriefenden, langen, dünnen Haare ließen die Mädchen kreischen, das alles untermalt mit einer Lichtshow, die ihresgleichen sucht. Der Stromverbrauch von 10 Sekunden entspricht wahrscheinlich dem, was ich im Jahr brauche. Allerdings verdienen AC/DC in 10 Sekunden auch mehr als ich im ganzen Jahr und Stromverbrauch ist bei einer Gruppe mit diesem Namen wahrscheinlich ohnehin eine Ehrensache.
Man spielte genau zwei Stunden lang und gab als erste Zugabe ein famoses „Highway to Hell“, bei dem das Stadion zitterte. Ebendieses pflegte bummvoll zu sein, mit dem Nachteil, dass auch ein paar hundert sogenannte „Arschkarten“ verkauft wurden – ganze Blöcke, von denen aus man nur etwas sehen konnte, wenn der Gitarrist über den Laufsteg in die Mitte des Stadions rannte (also nicht so arg schnell, aber doch). Gute Einnahmen für die Veranstalter, schlechte Plätze für die Gäste.

Zum Publikum. Es ist immer wieder sehenswert, wie zigtausende Menschen exakt gleiche Bewegungen ausführen (bis auf ein paar Betrunkene, die ein wenig hinterherhinken). Vom obersten Rang ist das besonders gut zu beobachten, ein wogendes Meer, gespickt von tausenden leuchtenden Teufelshörnern, die um sportliche 10 Euro verkauft wurden und auf den Köpfen der Besucher blinkten.
Als Platzanweiser empfängt man die Gäste mit einem freundlichen Lächeln, sagt ihnen etwas wie „Sehen Sie dort den Bladen mit dem blauen T-Shirt? Dort ist Block K und dort gehen Sie hinauf und dann links“ und hofft, dass der Blade bis zu Konzertbeginn dort stehen bleibt (hat er getan, ein freundliches Dankeschön an dieser Stelle, unbekannterweise). Italiener bitten um eine Wiederholung auf Englisch, Steirer verirren sich (es gab enorm viele Steirer, keine Ahnung wo die alle herkamen, wahrscheinlich direkt aus der Steiermark) und hübsche Mädchen geleitet man galant bis zu ihrem Platz.
Mein persönlicher Höhepunkt war ein junger Mann mit leicht panischem Gesichtsausdruck, der uns anflehte, ihm irgendwoher Ohrenstöpsel zu besorgen, die Sanitäter hätten ihm keine gegeben und er fühle sich so hörsturzgefährdet („Depperta, das ist ein AC/DC-Konzert!!!“).

Alles in allem ein gelungener Abend und in ein paar Tagen werde ich sicher wieder etwas hören, vielleicht sogar auf beiden Ohren. Und auch das Glockengeläute in meinem Kopf wird sich wieder geben, haben mir erfahrene Konzertbesucher glaubhaft versichert.
In diesem Sinne: Hells Bells!