10 Tage Optimismus – Tag 8: Saubere Energie 2050

10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel für was Positives auf dieser Welt.

Tag 8: Es hilft, dass ich schon seit längerer Zeit der Ansicht bin, dass die Umstellung von Gas, Öl und Atom auf Sonne, Wind, Wasser und Biomasse technisch möglich ist. Was jetzt noch fehlt, ist einzig und allein der politische Wille. Da Politiker generell Opportunisten sind (ich hab noch kein Beispiel erlebt, wo das nicht so war) und das möglicherweise auch Teil der Politik ist, geht es also darum, die nachhaltige Energie sexy zu machen.

Das funktioniert folgendermaßen:
1.) Alternative Energieformen müssen technisch machbar sein. Das ist heute der Fall und wird derzeit auch von vielen unabhängigen Experten bestätigt.
2.) Jetzt wird von den Lobbies der fossilen Energieformen massiv Einfluss auf die Politik genommen. Das geht eine Zeit lang gut, so wie derzeit für die Atomlobby. Aber dann ist Schluss, und hoffentlich bald.
3.) Vielleicht muss uns die Umwelt noch einen Tritt in den Hintern geben um uns aus der Bequemlichkeit herauszuholen – auch hier gilt: hoffentlich bald (dann tut er vielleicht noch nicht ganz so weh).
4.) Erste Vorbilder laden zur Nachahmung ein. Die intelligenteren und mutigeren unter den Politikern springen auf und fördern alternative Energieformen tatsächlich und nicht nur mit schönen Worten, so wie das jetzt der Fall ist.
5.) Auch die restlichen Politiker sowie in Folge der Rest der Bevölkerung stimmen zögerlich, aber doch zu.
6.) Durch gemeinsame Anstrengung geht der Prozess irgendwann erstaunlich schnell – das ist immerhin ein Vorteil einer schnelllebigen Zeit. Öl und Gas sowie Atomstrom kommen einfach aus der Mode und werden Relikte aus der Vergangenheit.

Die Generation der jetzt ausgebildeten Ingenieure etc. werden diese Arbeit zu leisten haben, aber das Ergebnis wird sich sehen lassen können.

Der aktuelle Energiereport des WWF (http://wwf.at) gibt 2040 als Stichjahr für die Amortisierung bekannt und 2050 als das Datum, an dem die Umstellung erfolgt sein kann. Die Mischung aus Energie sparen (minus 15 Prozent weltweit trotz 9 Milliarden Menschen) und saubere Energie produzieren kann der richtige Weg in die Zukunft sein.

10 Tage Optimismus – Tag 7: Cleaner Production Movement

10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel für was Positives auf dieser Welt.

Tag 7: Cleaner Production Movement – dahinter steckt eine Bewegung, die industrielle Fertigungen analysiert und umwelttechnisch verbessert.
Ein Beispiel: In indischen Autozuliefererfirmen . Diese müssen zuvor erhitzt werden, wofür man entsprechende Mengen Diesel braucht. Die Abwärme entweicht einfach nach oben. Durch das Anbringen von Metallhüllen und Deckeln können in einer einzigen Fabrik 10.000 Liter Diesel eingespart werden. Monatlich. Ohne große Mehrkosten, denn die Metallhüllen können günstig vor Ort erzeugt werden.

Ein anderes Beispiel: In einem Betrieb werden Werkstücke (Teile von Trommelbremsen) in chemische Bäder getaucht. Da dies automatisch passiert, können hier keine Deckel angebracht werden, welche die Bäder vor dem Auskühlen schützen. Der Spezialist (übrigens aus der Steiermark, die Bewegung geht auf eine Initiative der TU Graz zurück) empfahl kleine Plastikbälle hineinzutun – diese halten die Wärme im Bad und gleiten auseinander, wenn ein Werkstück eingetaucht wird.

Diese oft simplen Maßnahmen steigern nicht nur die Effizienz, sondern sparen jede Menge kostbare Energie ein und es entstehen darüber hinaus noch massiv weniger Schadstoffe.

Ich hoffe, dass diese Bewegung wächst und in absehbarer Zeit von Indien selbst getragen wird. Die Chance ist da.

10 Tage Optimismus – Tag 6: OLPC, der Kindercomputer

10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel für was Positives auf dieser Welt.

Tag 6: Es ist eines der schönsten Projekte, die es wohl weltweit derzeit gibt: OLPC – One Laptop Per Child. Der Erfinder ist Nicholas Negroponte, schon seit vielen Jahren für positive Überraschungen und weltweiten Einsatz für den Fortschritt bekannt. Er hat dieses Riesenprojekt für die Kinder dieser Welt ins Leben gerufen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es kein afrikanisches Projekt ist, sondern weltweit läuft, etwa auch in Lima, Peru.
Das Ziel: Jedes Kind dieser Welt soll einen Laptop bekommen, denn Bildung ist unsere Zukunft und am MIT (Massachusets Institut for Technology) hat man bereits Ende der 1960er Jahre herausgefunden, dass der richtige Einsatz von Computern dem Lernen einen Turbo gibt und Kindern eine tolle Zukunftschance eröffnet.

Diese Laptops sind speziell konstruiert: man kann sie durch Kurbeldrehungen unabhängig von Stromquellen betreiben, sie werden durch kleine Antennen miteinander vernetzt und haben natürlich auch die Möglichkeit des Internetzugangs. Sie haben eine kleine Kamera, sind sehr robust und die Einzelteile können leicht ausgetauscht werden. Sie sollen nur 100 Dollar pro Stück kosten (derzeit sind es noch knapp 200) und sind ausschließlich für Kinder, jeglicher Handel sowie Profitmacherei damit ist verboten. Sugar, die Software des XO-Laptops ist extrem innovativ und erfindet die Benutzeroberfläche für Kinder komplett neu. (Informationsquelle: www.olpcaustria.org)

Weil ich das für sehr clever halte, möchte ich es ausführlicher darstellen:
• Sugar vereinfacht das Freigeben von Information und die Zusammenarbeit: Kinder können z. B. ganz einfach Dokumente zusammen schreiben oder gemeinsam musizieren
• Es gibt keine Dateien, Ordner oder Applikationen: Alles, was man macht ist eine Aktivität und das inkludiert sowohl die Applikation als auch die Daten. Man kann eine Aktivität jederzeit wieder aufnehmen.
• Man kann keine Daten verlieren: Alles wird automatisch gespeichert und als Backup gesichert.
• Man benutzt ein Journal, um auf Daten zuzugreifen: Ein Tagebuch mit allem, was man gemacht hat.
• Alles ist Open Source Software: Man kann sogar den Python-Sourcecode der aktuellen Aktivität bearbeiten.

Der Laptop wird außerdem mit einer ganzen Reihe von interessanten und wertvollen Unterrichtstools und Lernspielen ausgeliefert. Sugar ist auch für andere Hardware-Plattformen verfügbar und hat das Potential, digitale Bildung für Kinder grundlegend zu verändern. Die Entwicklung von Sugar wird derzeit von den Sugar Labs vorangetrieben.

Der OLPC XO wurde speziell für Kinder in Unterrichtssituationen und schwierigen Umweltbedingungen entwickelt. Er hat viele einzigartige Eigenschaften und Funktionen, die man sich üblicherweise nicht von einem Laptop erwarten würde:
• Sein Bildschirm ist immer perfekt lesbar, sowohl in vollen Sonnenlicht als auch in völliger Finsternis;
• Man kann das extrabreite Trackpad wie ein Grafiktablett mit Stift verwenden;
• Seine Antennen haben einen riesigen Empfangsradius von bis zu 1,5 Kilometern;
• Die Laptops bauen automatisch ein Mesh-Netzwerk auf, das Internet-Zugang ohne teures WLAN-Equipment oder Konfiguration weiterleitet;
• Eine Akkuladung hält bis zu 10 Stunden;
• Der Akku kann mit einem String Generator von Hand aufgeladen werden;
• Das Gehäuse is versiegelt gegen Regen und Staub;
• Der Rahmen ist verstärkt und überlebt einen Sturz vom Tisch ohne Probleme;
• Der Laptop übersteht extreme Temperaturunterschiede;
• Die Festplatte wurde durch robusteren Flash-Speicher ersetzt;
• Der Bildschirm kann in einen EBook-Modus gedreht und der Bildschirminhalt kann in 90°-Schritten rotiert werden;
• Der Laptop hat eine eingebaute Kamera und ein Mikrofon zum Fotografieren und Videochatten.

Dieses Projekt hat einen zentralen Stützpunkt in jedem Kontinent und in Afrika ist das Kigali/Ruanda. Das ehrgeizige Ziel von Nicholas Negroponte und seinem Team ist es, jedes Kind dieser Welt, das unter mangelnder Bildung leidet, mit einem solchen Laptop zu versorgen, das sind etwa 500 Millionen Kinder.
Kommen wir nun zur Rolle der Afrikaner: Präsident Paul Kagame steht persönlich hinter diesem Projekt und es werden 20% des jährlichen Bildungshaushalts von Ruanda in dieses Projekt gesteckt. Auch oder gerade weil Ruanda nur ein sehr niedriges Bildungsbudget hat, ist dies so erstaunlich. Die Afrikaner nehmen das Projekt sehr ernst und haben auch die notwendigen Rechte und Kompetenzen, um es auf ihre Art und Weise umzusetzen. So werden etwa nur diejenigen Bildungsinhalte auf den Laptop programmiert, die vom Bildungsministerium in Ruanda kommen und nicht solche aus USA (von dort stammt das Projekt von Negroponte ursprünglich, inzwischen gibt es sogar eine österreichische Dependance). Ruanda hat inzwischen 100.000 Stück bestellt.
Das Beispiel zeigt, wie man auch in Afrika („bei den Wilden“) mit modernen Entwicklungen sorgsam umgeht und eine verantwortungsvolle Entwicklung anstrebt und auch umsetzt. Stellen wir uns einmal vor, wie vernetzt die Welt in Zukunft sein kann, wenn so viele Kinder weltweit gelernt haben, mit diesem Computer richtig umzugehen. Wir dürfen davon ausgehen, dass sie zumindest eine Sprache gemeinsam sprechen werden („Computerisch“). Die Chancen, die daraus entstehen können, sind noch gar nicht vorstellbar und Nicholas Negroponte samt seinem Team gebührt fürwahr der Titel von Visionären.

10 Tage Optimismus – Tag 5: Terra Preta rettet den Regenwald

10 Tage Optimismus. In den Nachrichten nur Negatives und auch mein Blick ist schon zu sehr auf den Mangel gerichtet. Daher 10 Tage lang je ein Beispiel für was Positives auf dieser Welt.

Tag 5: Der Amazonas gilt als Lunge der Welt. Dort wird CO2 gebunden und Sauerstoff erzeugt. Bereits seit ein paar Jahrzehnten ist weltweit bekannt, dass die rücksichtslose Abholzung des Regenwaldes zu unabschätzbaren Klimaveränderungen führen kann – und doch wird dort ungebremst gerodet, auch heute noch, auch 2010. Alle internationalen Abkommen, alle Versuche, die Katastrophe abzuwenden, sind bisher gescheitert. Zu mächtig sind die internationalen Konzerne, die dort das Land ausbeuten, um schnelle Gewinne zu machen.

Wie könnte eine Lösung des Problems aussehen? Eine Lösung, die einer großen Zahl Menschen Lebensraum und Ernährung gibt und trotzdem den Regenwald erhält?
Die Lösung gibt es bereits, sie heißt „Terra Preta“, die schwarze Erde, die überall dort zu finden ist, wo früher die Ureinwohner Amazoniens lebten. Diese Erde ist extrem fruchtbar. Auf einem kleinen Stück Land kann man enorme Mengen Pflanzen wachsen lassen, ganz im Gegenteil zur natürlichen Erde, die man nur kurze Zeit ausbeuten kann, dann muss man neues Land abholzen. Derzeit verursacht die Abholzung des Regenwalds allein 5 % des weltweiten CO2-Ausstoßes. Die Asche aus der Rodung reicht maximal 2-3 Jahre für den Anbau von Kulturpflanzen..

Das Geheimnis der Terra Preta ist bekannt: Sie wurde von Menschen hergestellt. Das Wissen darüber ist mehr als 2000 Jahre alt. Diese Erde muss nie gedüngt werden und bleibt über Jahrhunderte quasi automatisch fruchtbar. Das ist natürlich gegen die Interessen der multinationalen Konzerne, die Kunstdünger verkaufen wollen. Es ist auch gegen die Interessen der Politiker, die einen Teil ihrer Macht aufgeben müssten, wenn die Menschen ihre eigene Nahrung auf kleinen Landflächen anbauen können.

Terra Preta entsteht mittels Holzkohle, die zerkleinert und mit normaler Erde vermischt wird. Mehr ist es nicht, so einfach wird Terra Preta erzeugt. (Der Österreicher Christoph Steiner schreibt seine Dissertation darüber). Die Holzkohle hält die Nährstoffe im Boden, so dass er nicht ausgelaugt wird.

Soll der Regenwald erhalten bleiben? Die Chance dazu ist vorhanden und kann jederzeit genützt werden.

420.000 Handys in der Wundertüte

Ö3 jubelt, so viele Handys wurden noch nie zuvor abgegeben (von Anfang Dezember bis Ende Jänner). Für mich zeigt das zweierlei:

1.) Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller als Wegwerfgesellschaft dreht und das Handy ist hier an der Spitze. Wieso müssen wir die Dinger 1x im Jahr tauschen, weil sie dann scheinbar komplett unbrauchbar geworden sind?
Ich bin massiv dagegen und plädiere für Konsumgegenstände und vor allem Handys, die wieder länger halten – zumindest die Akkus sind nämlich nach einem Jahr tatsächlich am Ende.

2.) Umweltmäßig ist das zugleich gut (weil sie nicht einfach im Restmüll landen) und schlecht (weil sie nicht recylebar sind).

Letztlich fördert die Ö3 Aktion die Mode, Handys nach einem Jahr zu entsorgen. Leider ist ein neuer Akku teurer als ein neues Handy, vor allem wenn man es zwecks Vertragsverlängerung fast gratis bekommt.

Als Aktivist der Grünen Wirtschaft fordere ich ein Umdenken und politische Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Wirtschaft. Das Beispiel Handy zeigt, dass es in unserer derzeitigen Regierung (und wahrscheinlich auch unter den Regierten) keinerlei Bewusstsein dafür gibt. Schade, und: wie lange können wir das noch durchhalten?